Neubiberger Funpark: Ganz viel Fun, aber auch mal Risk

Der Funpark in Neubiberg auf der ehemaligen Landebahn des Militärflughafens ist eine großartige Freizeitanlage, auf der man alle möglichen Sportarten ausüben kann. Seit 2006 kann man sich dort als Skater austoben, Beachvolleyball oder Streetball spielen, einfach nur joggen oder jede Menge anderer Sportarten in netter Landschaft ausüben. Besonders Skater haben den Park für sich gefunden und üben hier ihre teils wirklich waghalsigen Stunts.

Einer unserer Patienten, ein aktiver Skater, kam eines späten Nachmittags in die Praxis geeilt und hielt mir ein kleines Gefäß entgegen. Darin: ein Zahnfragment. Was war passiert? Beim Versuch, eine neue Figur mit seinem Skateboard zu fahren, war er mit dem Gesicht auf der Kante seines Boards gelandet. Unfälle mit Zahnverletzungen sind gerade beim Sport nichts Ungewöhnliches. Die größten Gefahren lauern bei sogenannten Kontaktsportarten wie z. B. Fußball, Handball oder Hockey, aber auch Freizeitaktivitäten wie Radfahren oder Inlineskaten bergen bei einem Sturz die Gefahr einer Zahnverletzung in sich.

Wenn ein Zahn verletzt wird, spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. Unser Patient hatte Glück, denn von seiner Sturzstelle im Funpark bis zu unserer zentral in Neubiberg gelegenen Praxis waren es gerade mal 30 Minuten. Mit erstaunlicher Umsicht, um nicht zu sagen Geistesgegenwart untersuchte unser Patient noch an der Unfallstelle seine Mundhöhle. Bei stark gelockerten oder ausgeschlagenen Zähnen besteht nämlich die Gefahr, dass diese verschluckt oder sogar eingeatmet werden. Schon vor einiger Zeit hatte sich unser Skater auf unser Anraten eine Zahnrettungsbox und ein kleines Erste-Hilfe-Set gekauft. Diese Zahnrettungsboxen sind in jeder Apotheke erhältlich und beinhalten eine Nährstofflösung, die ein Austrocknen des Zahns verhindert und so das Überleben der Zellen auf der Wurzeloberfläche unterstützt. Falls kein solches Behältnis greifbar ist, kann man den Zahn ersatzweise auch in Milch transportierten – ein Tipp für Eltern mit herumtobenden Kindern.

Wenn man feststellt, dass sich der ausgeschlagene Zahn bzw. das Zahnteil nicht mehr in der Mundhöhle befindet, lohnt es sich auf jeden Fall, die Unfallstelle abzusuchen, denn oft lässt sich der Zahn replantieren. Dabei bitte Vorsicht walten lassen: Ausgeschlagene Zähne dürfen zum Schutz der Zellen auf der Wurzeloberfläche nur an der Zahnkrone berührt werden. Verschmutzungen kann man an dem Fundstück belassen – und auf keinen Fall sollte man den Zahn desinfizieren! Damit keine größere Schwellung entsteht, kann man den verletzten Bereich auf dem Weg in die Zahnarztpraxis z. B. mit Kältekompressen kühlen.

Nun hat nicht jeder das Glück im Unglück, dass die Zahnverletzung in der Nähe seines Zahnarztes auftritt. Aber selbst bei einem Unfall weitab vom Schuss, zum Beispiel auf einer Bergwanderung, hat der beschädigte Zahn gute Überlebenschancen. Bis zu 48 Stunden bleiben ihm in der Zahnrettungsbox, weshalb sie in keiner Sport- oder Satteltasche und in keinem Wanderrucksack fehlen sollte. Genügend Zeit also, um in unsere Praxis zu kommen und sich klinisch und röntgenologisch untersuchen zu lassen. Die Röntgenaufnahmen machen wir, um Zahnfrakturen, Frakturen des Knochens und Fremdmaterial wie z. B. Metallsplitter diagnostizieren zu können. Eine regelmäßige Nachsorge ist ebenfalls notwendig. Für unseren sportlichen Skater ging der Sturz übrigens glimpflich aus. Sein Zahn ist wieder intakt und seine Leidenschaft für den Funpark ungebrochen.